Physiotherapie / Manuelle Therapie / OMT

Informationen für Patienten

Physiotherapie (PT) / Manuelle Therapie (MT) / Orthopädisch Manipulative Therapie (OMT)

 

Hier erhalten Sie Informationen über den Inhalt dieser Therapiemethoden und bekommen einen Überblick welche dieser Therapiemaßnahmen Ihnen bei gesundheitlichen Beschwerden helfen kann.

 

Zusätzlich soll diese Information Ärzten und physiotherapeutischen Kollegen helfen sich über die Weiterbildung zum MT/OMT zu informieren und die tägliche Arbeit am Patienten in der Praxis mit der Profession MT/OMT besser nachvollziehen zu können.

 

Was ist Physiotherapie (PT)?

Der Ausdruck "Physiotherapie" (bis 1994 Krankengymnastik) ist eine Form der äußerlichen Anwendung von Heilmitteln, mit der v. a. die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit des menschlichen Körpers wiederhergestellt, verbessert oder erhalten werden soll. (Quelle: Wikipedia, „Physiotherapie“, 2013)

Zu diesen Heilmitteln gehören eine Vielzahl von Therapiemethoden, die eine breite Palette von Gesundheitsstörungen behandelt. Zur Physiotherapie zählt u.a. auch die Physikalische Therapie, diese behandelt mit verschiedensten Formen der Wärme-, Kälte- und Elektrotherapie oder Ultraschall, unterschiedlichster Massageformen und Bewegungstherapie. Mit Physiotherapie werden auch Patienten im geriatrischen Bereich und in der Rehabilitation sowie der Neurologie (z.B. nach einem Schlaganfall) behandelt.
 

Was ist Manuelle Therapie / Orthopädische Manuelle Therapie (MT/OMT)?

Die Manuelle Therapie(MT) ist eine sehr alte Heilmethoden und ist eine Spezialisierung innerhalb der Physiotherapie, welche Beschwerden am Haltungs- und Bewegungssystem behandelt.

Bereits Hippokrates behandelte Patienten mit Beschwerden am Bewegungsapparat.
1850 begründete Dr. Andrew Taylor Still die Osteopathie in den USA.
Er war vornehmlich Manualtherapeut, behandelte Wirbelsäulenbeschwerden. Bereits er erkannte, dass Patienten mit internistischen Krankheiten (Magen, Leber, Darm, etc.) auch an bestimmten (dem Organ zugeordneten) Wirbelsäulenabschnitten Beschwerden entwickelten.
Ab 1890 wurde die Osteopathie in den USA dann vermehrt Chiropraktik genannt.
Seit den 70er Jahren wurde die Manuelle Medizin dann in Deutschland für Ärzte, später dann für Physiotherapeuten (als Manuelle Therapie) anerkannt. Für Physiotherapeuten umfasst diese zertifizierte Grundausbildung mindestens 260h.
Hier gelangen Sie zur Zertifikatsausbildung des IFK (Bundesverband Selbstständiger Physiotherapeuten e.V.)

Die Manuelle Therapie behandelt gezielt Krankheiten und Funktionsstörungen des gesamten Körpers; u.a. Gelenke und deren Umgebung, Muskulatur und Nerven.

Das Konzept der Orthopädischen Manuellen Therapie(OMT) ist eine vertiefende und viel umfangreichere Ausbildung (ca. 1000h) und baut vertiefend und kenntnisausbauend auf das manualtherapeutische Wissen der Grundausbildung auf.

Die OMT verknüpft wissenschaftliche Arbeit in Form von aktuellen Forschungsergebnissen als Basisgerüst, die Untersuchung am Patienten mit objektiv messbaren Befunden und die daraus resultierende klinische Entscheidungsfindung (Clinical Resoning) zur Behandlung. Zur Untersuchung zählt die umfassende Anamnese und eine präzise systematische Untersuchung der betroffenen und gegeben falls verknüpften Körperabschnitte.
Die Befunde werden durch den untersuchenden OMT-Therapeuten dokumentiert und ein strukturspezifischer Behandlungsplan wird erstellt.

Zu den Behandlungsschwerpunkten zählen folgende Therapiemethoden:

  • Aufklärung/Erklärung der Befunde/Schmerzmanagement

  • Stärkung der Eigenverantwortlichkeit (Selbstübungen, Hilfe zur Selbsthilfe),

  • Beweglichkeitsfördernde Maßnahmen (Manualtherapeutische Mobilisationen und Manipulationen, passive Behandlungen durch den Therapeuten)

  • Beweglichkeitsbegrenzende Maßnahmen (Taping, Stabilisation)

  • medizinisches Training (MTT), Trainingstherapie an Geräten

Die Kombination dieser Therapiemethoden sollen die körperliche Leistungsfähigkeit wiederherstellen, Schmerzen reduzieren, und begleitende Symptome wie Schwindel, Steifigkeit etc., lindern oder beseitigen.

Der individuell erstellte Behandlungsplan mit Dokumentation der Befunde ermöglicht dem Therapeuten durch Kontrolltests und Wiederbefunde den Verlauf der Therapie zu überprüfen und ggf. anzupassen.

In der Regel beginnt die Behandlung nach der individuellen und umfangreichen Anamnese und Untersuchung mit der Erklärung der Befunde und Aufklärung über Alltagsverhalten bei Schmerzen (Schmerzmanagement), sowie anschließenden passiven manualtherpautischen Maßnahmen durch den Therapeuten.
Stellt sich der Behandlungserfolg ein, erhält der Patient spezielle Übungen zur Konditionierung (Ausdauer, Kraft, Koordination) der betroffenen Bereiche.

Für den OMT-Therapeuten stellt die Manuelle Therapie eine Hilfe zur Selbsthilfe dar.



Die aktive Therapie beginnt dann, wenn die schlimmsten Beschwerden überwunden sind, dann kommt es auf Sie an.